Wir sind stolz, zum Filmstart des Dokumentarfilms über ihr Leben die Autorin Renate Welsh und den Dokumentarfilmer Martin Nguyen zu Gast in unserem Podcast zu haben.
Mit über 90 Werken zählt die 87-jährige Renate Welsh zu den prägendsten Autorinnen der österreichischen Literatur. Der Dokumentarfilm „Renate“ von Martin Nguyen folgt ihrem bewegten Leben – von ihrer Kindheit voller Schuldgefühle bis zu ihrer literarischen Arbeit mit Christine Nöstlinger und Mira Lobe für sprachlose Außenseiter:innen. In ihren Schreibwerkstätten leitet sie schreibferne Menschen wie Obdachlose oder Bergbäuerinnen an, ihre eigene Stimme zu finden. Während der Dreharbeiten erleidet Renate Welsh einen plötzlichen Schlaganfall, der ihr Stimme und Mobilität raubt.
In dieser Folge zum Start der dritten Staffel des Podcasts nehmen wir uns die Zeit, das Gespräch ganz langsam entwickeln zu lassen. Wir sprechen über den Film und dessen Entstehungsprozess, über das persönliche Schreiben der beiden und darüber, wie wichtig behutsames Zuhören für Filme wie für das Schreiben ist.
🎧 Jetzt reinhören!
Das Transkript der Sendung könnt ihr hier herunterladen.
Aufführungen des Films „Renate“ in Österreich
Der Film läuft seit 13.Februar 2026 in Österreich. Für Deutschland ist leider noch kein Verleih gefunden. 😟 Also fragt in eurem Programmkino nach, wenn ihr den Film sehen wollt! (Stand 3.3.2026)
Aufführungen mit Renate Welsh und Martin Nguyen
- 6.März 2026, Krems a.d. Donau – 18Uhr – Kino im Kesselhaus
- 10. März 2026, Klagenfurt
- Lesung mit Renate Welsh im Musil-Institut um 18.00 Uhr
- 19:30 Uhr – Film-Gespräch im Volkskino mit Renate Welsh und Martin Nguyen.
Weitere Aufführungen in Wien:
- 3. März 2026, Dienstag
- 16 Uhr – Village Cinemas Wien Mitte
- 17 Uhr – Admiral Kino, Wien
- 4. März 2026, Mittwoch – 14 Uhr – Village Cinemas Wien Mitte
- 5. März 2026, Donnerstag – 16 Uhr – Village Cinemas Wien Mitte
- 6. März 2026, Freitag – 16:15 Uhr – Admiral Kino, Wien
- 7. März 2026, Samstag – 15 Uhr – Filmcasino, Wien
Kurz-Vita
Renate Welsh

Renate Welsh ist Schriftstellerin, Übersetzerin und Schreibcoach für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Sie wurde 1937 in Wien als Tochter des Arztes Norbert Redtenbacher und seiner Frau Elisabeth geboren. Die Mutter starb, als Welsh vier Jahre alt war an einem Hirntumor. Welsh wurde großteils von den Großeltern im Ausseerland erzogen, wo sie auch die Schule besuchte. 1953 ging sie für ein Jahr als Austauschschülerin nach Portland in Oregon/USA, wo sie einen High-School-Abschluss ablegte.
Ein Krankenhausaufenthalt 1968 nach einem Sturz von einem Baum, wurde zum Auslöser für das eigene Schreiben. Gleich ihr erstes Werk Der Enkel des Löwenjägers wurde in die Ehrenliste zum Österreichischen Staatspreis 1970 aufgenommen. Ab 1968 erscheinen auch literarische Übersetzungen aus dem Englischen z.B. von Richard Gordon, James A. Michener, Mildred Lee und Judith Kerr. Seit 1975 arbeitet Welsh als freie Schriftstellerin vor allem für Kinder- und Jugendliche, bekannt ist sie aber auch für ihre Romane und Erzählungen für Erwachsene.
1969 begann sie Kinder- und Jugendbücher zu schreiben. Ab 1975 war sie freie Schriftstellerin und schrieb seit 1988 auch für Erwachsene. In der sogenannten „VinziRast“ in Wien betreibt sie Schreibwerkstätten.
Martin Nguyen

23.05.1980 in Pulau Bidong, Malaysia in einem Flüchtlingslager auf die Welt gekommen. Als Kind vietnamesischer Boat People in Furth an der Triesting in Niederösterreich aufgewachsen, 1998 Matura im Bundesgymnasium Berndorf (NÖ).
Studium der Publizistik und einer Fächerkombination aus Psychologie, Pädagogik und Spanisch in Wien. Lernt Gebärdensprache (ÖGS) und ihre Kultur kennen.
Filmkritiken für Falter und Original Magazin. Vater von zwei Töchtern. Regisseur von prämierten Kurzfilmen. Es folgen die Langfilme “Ich muss dir was sagen” (2006) und „Tomorrow you will leave“ (2012). 2023 bis 2024 Mitglied des Aargauer Kuratoriums für Film (CH)
Weitere Infos zu seiner Arbeit findet ihr auf seiner Website hier.
Ihr könnt Martin Nguyen auch auf Instagram folgen:
Der Film „Renate“ hat ebenfalls einen Instagramaccount
Lieblingsbuch
Im Moment „Wackelkontakt“ von Wolf Haas. Die Idee ist so simpel, aber dennoch brillant und spannend geschrieben und die spielerische Note, mit der er mit der Sprache spielt – das war eine Freude beim Lesen!
Lieblings-Selbstcoaching-Schreibübung
Einfach losschreiben; die Gedanken, die einen in den Kopf schießen aufschreiben, nicht auf Rechtschreibfehler oder vollständige Sätze oder Ordnung achten (das kann man nachher alles machen), wenn mir ein bestimmtes Wort in einem Satz nicht einfällt, füge ich „…“ ein und ergänze es später. Allgemein gesprochen: Gedanken sind wichtiger als Informationen.
Wenn der Schreibunmut sehr stark ist, notiere ich die Hard Facts: Namen, Daten, Autorenzeile.
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